Leseliste WorkLife: Über die Bedeutung von Erfolg, Zeit und die Liebe zum Beruf

Die Neuerfindung des Erfolges, Arianna Huffington

Goldmann, Taschenbuchausgabe März 2016

Das Buch „Die Neuerfindung des Erfolges“ ist das Ergebnis eines Unfalls und einer tiefen Erschöpfung, die die Autorin aus der Bahn warfen. Sie zog die Notbremse und definierte Erfolg, den sie bisher wie wir alle mit Geld, Macht und unbegrenztem gleichsetzte, in drei neue Faktoren: Weisheit, Staunen und Großzügigkeit.

„Ein Grund dafür, warum sich der Stress in unserem Leben so anhäuft, ist, dass wir uns nicht genügend um uns selbst kümmern. Wir sind einfach zu beschäftigt damit, dem Phantom des Erfolgs nachzujagen.“ Arianna Huffington

Ich habe das Buch mit großer Begeisterung gelesen, weil es das Thema Erfolg von einer sehr weiblichen, weichen Sichtweise aus angeht und ich darin viele Anregungen für mich finden konnte, die mich in meinem Arbeitsalltag unterstützen. Arianna Huffington erfindet das Rad nicht neu, es stehen viele Dinge im Buch, die ich eigentlich weiß. Aber sie überzeugt mit einer Mischung aus journalistischer Aufklärung, spiritueller Weisheit und persönlicher Erfahrung, die mir im Gedächntnis bleibt.

Ich empfehle dieses Buch allen, die schon wissen, dass der Ausstieg aus dem Hamsterrad nötig ist und nun noch eine Inspiration brauchen, durch was sie den Druck, der Erfolg sonst mit sich bringt, ersetzen können.

Du sollst nicht funktionieren – Für eine neue Lebenskunst, Ariadne von Schirach

Tropen, 2014

„Eine kluge Polemik gegen den Selbstoptimierungswahn“ steht als Zitat der Zeitschrift Emotion noch mit auf dem Cover dieses schmalen, grünen Büchleins, das ich während der akuten Phase meines Burnouts gelesen habe. Die Philosophin Ariadne von Schirach rückt dem Höher, Schneller, Weiter mit scharfer Beobachtungsgabe zu Leibe und setzt ihm ein milden, beinahe zärtlichen Lobgesang auf das kostbare Gut Leben entgegen. Wie man es sich von einer Philosphin eben wünscht.

„Das größte Risiko ist es, das Leben nicht zu wagen, abzuwarten, dass irgendwann irgendetwas geschieht und währenddessen in vorauseilendem Gehorsam  zu machen, was man eben so macht.“ A. v. Schirach

Für mich war dieses Buch ganz einfach Balsam für die geschundene Seele, die sich in diesen Zeiten nach tiefen, wahren Worten und Gedanken sehnte. In diesem Buch habe ich das alles gefunden. Ich empfehle es allen, die sich schon mit Spiritualität oder Philosophie beschäftigen und nach einem neuen kleinen Schatz für das Regal mit den Lieblingsbüchern suchen.

Free! Love your Work, love your Life. Chris Baréz-Brown

Penguin Business, 2014

Das leuchtend rote Cover dieses englischsprachigen Buches sprang mich schon vor ein paar Jahren an, zu einer Zeit, in der ich bereits mit meinem Arbeitsleben im Clinch lag. Und mich aus diesem Kampf zu befreien und meine Arbeit und mein Leben wieder zu lieben, das wollte ich sehr gerne! Das Buch hat mich auch von innen optisch sofort angesprochen, es ist liebevoll gestaltet und ich nehme es immer wieder gerne zur Hand, um mich inspirieren zu lassen, wenn es mit der Begeisterung mal wieder schleift.

„If we are in the right state of mind, then any stimulus can give us a clue to what our subconscious is picking up.“ C. Baréz-Brown

Baréz-Brown fordert uns auf, andere nicht zu bewerten und uns mit uns selbst anzufreunden, negative Emotionen wahrzunehmen und sie ins Gegenteil umzukehren, Klarheit über unsere Ziele zu gewinnen und auch mal spielerisch an die Lösung von Problemen heranzugehen. Ich empfehle dieses Buch allen, die für einen Motivations-Kick zwischendurch nach einem vor Begeisterung berstenden Werk greifen wollen, um den ein oder anderen Gedanken aufzuschnappen, der einen die Dinge in einem anderen Licht sehen lässt. Leicht verdaulich verpackt, aber nachhaltig wirksam.

Im Club der Zeitmillionäre – Wie ich mich auf die Suche nach einem anderen Reichtum machte, Greta Taubert

Eichborn, 2016

Zeit ist Geld, der Spruch ist uns wohl allen in die Wiege gelegt worden und wird im Arbeitsleben gerne zitiert. Welchen Wert Zeit aber tatsächlich hat und was mir ihr noch alles anfangen kann, als sie einfach nur schnöde gegen Geld zu tauschen und dafür in einem ungeliebten Job abzusitzen, damit beschäftigte sich Greta Taubert und dokumentierte ihre Erlebnisse auf unterhaltsame Art und Weise in ihrem Buch. Vom Thema bedingungsloses Grundeinkommen über tatsächliches Nichts-Tun in Marrakesch bis hin zur gemeinnützigen Arbei in Kibbuz und Kommune erprobt sie verschiedenste Modelle. Mit dem Fazit:

„Ich werde keine Ratschläge darüber aufschreiben, wie Zeitwohlstand funktioniert. Jeder sollte ihn selbst erspielen, erfahren, erleben – vor allem aber mit anderen teilen.“ G. Taubert

Und das ist es auch, was ich an diesem Buch so schätze. Es sind schlicht die persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse der Autorin, die ganz ohne Zeigefinger und „Mach-das-doch-auch-mal-s0“ auskommen. Mich inspiriert es dazu, mir über die Zeit an sich und meinen Wert, den ich ihr zuspreche, nachzudenken und hier und da ein Schräubchen zu lockern oder fester zu drehen.