Generation Pausenlos oder Über das große Glück der kleinen Unterbrechung

Wir leben in einer Non-Stop-Zeit, in der wir ständig mit Information gefüttert werden und ein Termin den nächsten jagt, egal ob beruflich oder im Privatleben. Wir hetzen von einem To Do zum nächsten und versuchen dabei natürlich auch noch gut auszusehen, unseren Traum zu verwirklichen und überhaupt – einfach das Beste aus unserem Leben zu machen. Was dabei auf der Strecke bleibt sind Raum und Zeit für Muse, echte Entspannung und Leerlauf.

When I was a kid…

Als Baby haben wir viele Stunden am Tag mit Schlaf verbracht. Und auch als Kleinkind noch regelmäßig ein Nickerchen in der Mittagsstunde gemacht. Wir haben aufgehört mit etwas zu spielen, wenn wir keine Lust mehr dazu hatten und so manches Spielzeug erst nach ein paar Wochen wieder in die Hand genommen, wenn uns danach war.

Im TV gab es die Kinderstunde und Peter Lustig mahnte uns zum Abschalten, wenn seine Sendung vorbei war. Heute gibt es mediales Entertainment rund um die Uhr und es ist eine der größten Aufgaben in der Erziehung, dem Nachwuchs einen verantwortungsbewussten Umgang damit beizubringen, Stichwort Binge Watching (oder auch „Komaglotzen“ genannt, wie ich gerade auf Wikipedia gelesen habe, sehr passender Ausdruck!).

Social Media Detox

Zum Beginn der hessischen Sommerferien habe ich mir eine „professionelle“ Social Media Pause verordnet, was bedeutet, dass ich auf meinen Instagram Account von Funky Monk nur ab und zu ein kleines Lebenszeichen von mir gab und auf meinem privaten Account meine Fotos aus Österreich recht kommentarlos postetet, just for fun.

Denn das sollte es einfach nur machen, Spaß. Ich gerate immer wieder schnell in das Social Media Hamsterrad und lasse mich dann doch von Zahlen und Likes beeindrucken. Die Pause hat mir wieder den nötigen Abstand gegeben, um mich neu zu fokussieren und in mich reinzuhorchen, ob das nun wirklich das Thema ist, Marketing, mit dem ich den Blog betreiben will. Und nein, das ist es nicht.

Creative Playground

Ich möchte mich gar nicht so recht festlegen, um was es jetzt ganz konkret geht. Klar ist, dass ich mich als Texterin, Grafikerin und Yogalehrerin a.D. immer mit Dingen beschäftige, die rund um diese Themen kreisen.

Nun bin ich seit einer Woche auf dem „Weg des Künstlers“ und mache das 12 Wochen Programm zur spirituelle Erweckung der Kreativität von Julia Cameron. Wenn das nicht die perfekte Mischung aus meinen Interessengebieten ist, dann weiß ich ja auch nicht… Die erste Woche läuft und ich werde euch jede Woche mit einem Resümee darüber berichten, was der Kurs so mit mir anstellt. 

Mach mal Pause!

Diesen Rat kann ich nur von Herzen weitergeben. Ich mache zum Beispiel gerade eine Pause als Yogalehrerin und entdecke den Yogaweg wieder ganz für mich alleine. Ich genieße es, meine Praxis gerade im Stillen nur für mich zu üben, und wenn die Zeit reif ist, das weiß ich auch, dann werde ich in irgendeiner Form wieder weitergeben, was ich erfahren habe.

Ich habe auch eine große Pause vom Lesen spiritueller Bücher gemacht und mich nun kopfüber wieder hineingestürzt, sauge Geschichten und Erkenntnisse auf wie ein nasser Schwamm und nähre meine Yogiseele. Damit gönne ich mir auch immer mal wieder kleine Pausen von meinem Kopfkino, wozu sich auch ab und zu eine kleine Meditation ganz wunderbar anbietet.

Die Sommerferien haben uns eine große Pause vom ansonsten durchgetakteten Alltag ermöglicht, und wir starten mit neuer Energie und Lust in die kommenden Wochen voller neuer Erlebnisse und frischem Input.

Zeit nehmen, Zeit geben, Zeit lassen

Nimm dir Zeit für dich, für deine Bedürfnisse, für deine Träume. Suche dein Glück nicht im Außen, sondern wende den Blick nach Innen und schau nach, welche Schätze du dort heben kannst. Und wenn es nur fünf Minuten am Tag sind, du wirst sehen, wie wertvoll diese Zeit ist. Wenn du Angst vor zu viel Trümmern hast, unter denen dein Gold vergraben liegt, dann räume dir die Steine aus dem Weg, wenn es sein muss mit professioneller Hilfe.

Gib dir Zeit, soviel Zeit wie du brauchst. Alles scheint immer auf der Stelle passieren zu müssen und sofort fertig sein zu müssen, egal ob Ausbildungen, die nur ein Wochenende dauern oder Webseiten, die in zwei Stunden aus dem Nichts fertig zum Launchen sind. „Gut Ding will Weile haben“, sagt der Volksmund nicht umsonst. Lass dich nicht hetzen, spür in dich hinein, wann deine Zeit gekommen ist.

Lass dir und anderen Zeit, hör auf unrealistischen Zielen hinterherzurennen, die dich atemlos machen und deine Energie rauben. Der einzige Moment, der existiert ist JETZT. Und der einzige Ort, an dem du aktiv werden kannst, ist HIER. Wenn du das Gefühl hast, dass dir die Zeit wegläuft, dann nimm Kontakt zu deinem Atem auf. Er hinkt der Zeit weder hinterher, noch ist er ihr voraus. Er ist immer genau da, wo dein Leben passiert, hier und jetzt.

Liebe Grüße aus der Comfortzone! Nadine