Besser Fuß fassen im Alltag – von Wurzelchakra, Baum und Lieblingsschuhen

Beschäftigt man sich mit dem Wurzelchakra und damit einhergehend mit den Themen Erdung, Stabilität und Verbundenheit, kommt man im Hinblick auf den Körper an den Füßen nicht vorbei. Denn, geht es um Standfestigkeit im Leben und darum, im hier und jetzt verwurzelt zu sein, spielen sie im wahrsten Sinne des Wortes eine „tragende Rolle“, lastet doch unser gesamtes Körpergewicht auf ihnen, was an drei Tagen in Folge zusammengerechnet der Schwere des Eifelturms entspricht.

Unsere Füße sind unsere energetische Verbindung zur Erde und sprichwörtlich von Bedeutung, wenn uns im Leben etwas Beunruhigendes widerfährt. Dann zieht es uns den Boden unter den Füßen weg, wir bekommen weiche Knie, wir sind vollkommen von den Socken, bekommen keinen Fuß auf die Erde oder in die Tür, bewegen uns auf unsicherem Terrain, setzen keinen Fuß mehr vor die Tür oder in jemandes Haus.

Um mit beiden Beinen fest im Leben zu stehen und Schritt zu halten mit all den Anforderungen, die der Alltag an uns stellt, können wir im Handumdrehen etwas für unsere Füße tun und somit etwas dazu beitragen, um das Wurzelchakra auszubalancieren beziehungsweise zu öffnen. Denn wenn dieses Energiezentrum, das am unteren Ende der Wirbelsäule zwischen Anus und Genital sitzt, blockiert ist, kann sich das in Form von Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen in der Hüfte, den Knien oder den Füßen äußern. Ist das Wurzelchakra geöffnet und läuft schön rund, dann spüren wir unsere Füße ganz deutlich, wenn wir sie auf dem Boden aufsetzen und nehmen einen Energiefluss durch sie hindurch wahr, der durch die Beine bis hoch in die Hüfte reicht.

Leg Hand an den Fuß

Massierst du deine Füße von oben bis unten durch, dann stimulierst du damit alle Fußreflexzonen auf einmal. Knete dafür deine Fußsohle von der Ferse beginnend bis zum Ballen nach oben hin durch, widme dich auch jedem einzelnen Zeh und beziehe auch die Häutchen zwischen den Zehen mit ein. Benutze dafür eine pflegende Creme oder ein wohlduftendes Öl, um nicht nur die Durchblutung anzuregen, sondern auch die oftmals trockene Haut zu verwöhnen.

Greife dann mit deinen Fingern durch deine Zehen, als ob du die Hände faltest, nur eben mit einer Hand und einem Fuß, und kreise das Fußgelenk nur durch die Bewegung deiner Hand, der Fuß bleibt passiv. Kreise zehnmal in die eine Richtung, dann zehnmal in die andere. Befreie deine Finger wieder und nimm für einen Augenblick wahr, wie sich der eine Fuß nach dieser Aktivierung durch Massage und Bewegung im Gegensatz zum anderen anfühlt. Vielleicht kribbelt er ein wenig, fühlt sich lebendiger an, sieht ein bisschen anders aus.

Hacke, Spitze, lang das Bein

Kralle deine Fußzehen so zusammen, als ob du einen Bleistift damit aufheben willst, dann ziehe sie in die entgegengesetzte Richtung zum Körper heran. Der Rest des Fußes bleibt noch unbeteiligt, am besten funktioniert es, wenn deine Beine ausgestreckt auf dem Boden oder der Couch liegen, die Fersen aufgestellt sind und die Zehen als Ausgangsposition nach oben Richtung Zimmerdecke zeigen. Hebe zehn Bleistifte auf und spüre auch dieser Bewegung nach, wenn du sie nacheinander mit beiden Füßen durchgeführt hast.

Danach kommt der ganze Fuß ins Spiel – strecke ihn aus dem Fußgelenk heraus so gut es geht nach vorne bis in die Spitze aus und ziehe ihn dann wieder zurück in Richtung deines Oberkörpers. Die Beine liegen noch immer lang und unbeteiligt da, die Bewegung kommt nur aus dem Fußgelenk. Führe auch diese Bewegung nacheinander mit beiden Füßen zehnmal aus und lass sie dann auf dich wirken.

Nimm anschließend die Füße ein wenig auseinander und kreise aus den Fußgelenken erst zehnmal in die eine, dann zehnmal in die andere Richtung. Auch hier, gleiches Spiel, jeder Fuß nacheinander und dann nachspüren. Diese Asanas sind der Beginn der Übungsreihe „Pawanmuktasana“, die vorbeugende antirheumatische Wirkung hat und den Energiefluss durch die Gelenke aktiviert.

Starke Wurzeln, prächtige Krone

Jetzt, wo deine Füße gepflegt und aktiviert sind, stelle dich aufrecht hin und nimm den Boden unter ihnen ganz bewusst wahr. Ist er warm oder kalt? Weich oder hart? Verlagere dein Gewicht abwechselnd auf die Fersen, die Ballen, die Fußaußenkanten und dann finde deine Balance, verteile dein Körpergewicht gleichmäßig auf alle vorher angesprochenen Auflagepunkte. Hebe einmal alle Zehen an, nimm bewusst die Spannung in den Ballen und im Fußgewölbe wahr und lege sie dann wieder gemütlich auf dem Boden ab.

Verlagere dein Körpergewicht auf einen Fuß und stelle den anderen Fuß mit den Zehenspitzen und der Ferse dicht an das ausgewählte Standbein heran. Entweder bleibt der nicht belastete Fuß mit den Zehenspitzen auf dem Boden aufgestellt oder du legst du Fußsohle an die Wade oder an die Oberschenkelinnenseite des Standbeines. Drücke das Standbein und die Fußsohle aneinander, so, dass sie sich gegenseitig stabilisieren. Richte deinen Blick auf einen fixen Punkt an der Wand und deine Wirbelsäule von innen heraus nach oben auf. Bleib für fünf Atemzüge im Baum stehen, balanciere, schwanke, atme. Leg die Hände in die Hüfte oder strecke die Arme nach oben aus, die Handflächen aneinander gelegt oder nach vorne zeigend. Wechsele die Seite.

Der Baum ist eine hervorragende Gleichgewichtsübung, die deine Standhaftigkeit unterstützt und dich mit deiner Umwelt verbindet. Danach wieder auf beiden Beinen zu stehen, die Beine und Füße spürbar aktiviert und gekräftigt, kann dich im Alltag schneller wieder Fuß fassen lassen, wenn du ins Schwanken geraten solltest. Dann heißt es „aufstehen, Krone richten, weitergehen“. Viel Spaß beim Ausprobieren und mutigen Schrittes durch den Tag schreiten – am besten in deinen Lieblingsschuhen und vielleicht auf neuen Wegen, die bekanntlich nur dadurch entstehen, dass wir sie gehen.